Männergesangverein

Brannenburg-Schloß e.V.

Vereinsgeschichte

Die Sänger von links nach rechts:
1.Reihe: Bayerl Heinrich, Baumgartner Georg (Wild), Kommisar Spreitzer, Huber Vater, Gedarm Oppel, Auerhammer, Schneider Peter
Reihe 2: Paulmeier Ludwig, Unker Georg, Schneider Jordan, Schreiner Berthaler, Benefiziat Obermeier,
Schlossgärtner Otto Bodenstein, Braumeister Josef Lederer, Hans Müller
Reihe 3: Schuster Alois, Stachadinger , Martin (Hausmeister beim Schlosswirt), Paul Georg (Kutscher bei Dr.Danzer), Höhensteiger Josef- Höferbauer, Steer Kaspar, Birkinger, Pfaffenberger Martin (Schlosswirt), Unker Lorenz (Wart)

Der neu gegründete Verein wählte aus
seiner Mitte die Vorstandschaft:

1.Vorstand wurde der Initiator des
Vereins, Braumeister Josef Lederer
2.Vorstand Josef Jordan
Kassier Georg Fellner
Schriftführer Anton Bodenstein
und Liederwart Georg Paul
Als Chormeister (wie man damals sagte)
fungierte der allseits geschätzte
Benefiziat Obermeier

Benefiziat Obermeier

Josef Lederer

Leider aber währte diese friedliche und kreative Vereinszeit nicht lange, den mit dem Ausbruch des 1. Weltkrieges 1914 mussten viele Sänger zum Militärdienst und das Vereinsgeschehen ruhte.
Am 28. Januar 1919 scharten sich erneut 23 Sänger um den Chormeister Benefiziat Burgstaller, um die Pflege deutschen Liedguts wieder aufleben zu lassen. Der MGV wurde Mitglied beim Bayerischen Sängerbund.
Aber bereits 1922 wurde es wegen der schlimmen Nachkriegswirren unmöglich ein vernünftiges Chorleben aufrecht zu erhalten. Der Chor fiel vollständig auseinander.
Erst im Jahr 1934 gab es einen bescheidenen Neuanfang für den Verein. Es fanden sich ganze 9 Männer, die den Chor wieder aufzubauen versuchten. Es wurde mit Erfolg um neue Sänger und Mitglieder geworben. Der neue Verein wurde Mitglied beim Deutschen Sängerbund.
Die Anmeldung erfolgte neu mit wortverdrehtem Namen:
„Männergesangverein Brannenburg-Schloß“:
Vom 1934 bis 1939 wurde der Chor von den Dirigenten Kloyer und Reichart geleitet.
Bis zum Jahr 1939 war die Zahl der aktiven Sänger beim MGV auf stattliche 24  Männer angewachsen. Es war wieder ein beachtlicher Chor geworden. Der schreckliche „Zweite Weltkrieg“, der 1939 ausgebrochen war, setzte dem Chor– und Vereinsleben ein jähes Ende. Wieder mussten viele der Sänger zum Kriegsdienst einrücken und deswegen gab es in Brannenburg bis zum Kriegsende keine Vereinstätigkeit mehr. Am 15. September 1947 konnte nach unendlichen Bemühungen bei den damals kompetenten Behörden die Genehmigung zur Neugründung eines Gesangvereins erlangt werden. Es waren eben ganz besondere Zeiten, alles hatte sich vollkommen verändert.
Im Jahr 1948 übernahm Georg Prüller, damals Gemeindesekretär in Brannenburg, das Amt des1. Vorstands.
Er war bereits 1912 bei der Gründung des Vereins dabei.

Er war wohl der aktivste Werber für Fördermitglieder und Sänger.
Jeder Antragsteller im Gemeindeamt wurde von ihm auf eine Mitgliedschaft beim MGV angesprochen.

Georg Prüller

Als Chorleiter fungierten nach dem
Zweiten Weltkrieg beim neu aufgebauten Chor
Hermann Sahm, Albert Reichart und
Lehrer Julius Mauckner.

Hermann Sahm

Im Jahr 1952 feierte der Verein sein 40-jähriges Bestehen. Gefeiert wurde im Posterholungsheim Brannenburg.
 Der Chor erfreute sich großer Beliebtheit. Die Säle des Posterholungsheims konnten die vielen Besucher nicht  aufnehmen. Von den Gründungsmitgliedern von 1912 konnten bei diesem Fest nur noch drei Sänger geehrt werden, nämlich Georg Prüller der sich beim Wiederaufbau des Chors ganz besondere Verdienste erworben hatte; die Sänger Heinrich Bayerl und Josef Huber sen. Die nun folgenden Jahre standen für den Chor unter einem guten Stern, nicht zuletzt wegen der Übernahme der Chorleitertätigkeit durch den hochmusikalischen Schullehrer Erwin Antretter.

Gezielte Probenarbeit und das unbestechliche Ohr des neuen Dirigenten führten den Chor auf ein hohes gesangliches Niveau.
Geprobt wurde jetzt im Nebenzimmer der Schlosswirtschaft.
Die kulturellen Veranstaltungen des MGV wurden von der Bevölkerung gerne besucht und fanden immer große Anerkennung.
1.Vorstand Georg Prüller legte 1958 aus gesundheitlichen Gründen sein Amt nieder.
 Zu seinem Nachfolger wurde Willi Deubzer gewählt.
Der Sänger Erich Hausdorf entwarf 1960 ein neues Vereinswappen, das der MGV bis heute verwendet.
Es wurden Anstecknadeln für Sänger mit diesem Wappen angeschafft.

Erwin Antretter

Dann stand das 50. Gründungsjubiläum an:
Der MGV Brannenburg-Schloß feierte im Jahr 1962 sein
50. Gründungsfest im damals noch existenten
„Tal-Hotel der Wendelsteinbahn“. Zu Gast war damals der befreundete Männerchor Harmonia aus Würzburg-Zellerau. Mitgefeiert haben auch die Liedertafel Raubling, der MGV Degerndorf und der Trachtenverein Brannenburg. Es spielte am Festabend die Musikkapelle Brannenburg.

 

So sah der Verein MGV Brannenburg-Schloß zu dieser Zeit aus:

Die Sänger von links nach rechts:
1.Reihe: Wenzel Willi,Antretter Erwin,Munninger Michael,Adelsberger Stefan,Schulze Richard,KlausFranz,Reiser Heinz,Deubzer W.
Reihe 2: Waldner Hans,Mank Willi,Schaffner Karl,Hofmann Karl,Niemöckl Alfred,Drexler Hans,Schreiner Karl,Plisch Rudi
Reihe 3: Deubzer Peter,Müller Günter,Dapfer Rudi,Drexler Peter,Dolata Edi,Kraus Anton,Huber Herbert,Adam Georg,Grimm Eugen

Es war auf jeden Fall ein gelungenes Gründungsfest, gut besucht und mit viel Beifall begleitet.

An diesem Jubiläumsabend überreichte der damalige Erste Bürgermeister von Brannenburg Lorenz Unker, dem Vorstand Willy Deubzer einen prächtigen
„Bierhumpen“.

1964 musste Willy Deubzer aus gesundheitlichen Gründen seine Tätigkeit als
1 Vorstand aufgaben. Zu seinem Nachfolger wird Karl Schreiner vom Verein gewählt.
Er bleibt 1.Vorstand des MGV Brannenburg-Schloß bis zum Jahr 1977.

Das 60.Gründungsfest feierte der MGV Brannenburg-Schloß im Jahre 1972, diesmal bereits in der Wendelsteinhalle am Kirchplatz. Als Gäste beteiligten sich an der Gestaltung dieses Festabends die Musikkapelle Brannenburg, der
MGV Degerndorf, d`Sulzbergla Brannenburg, die Liedertafel Raublling u. der MGV Wollaberg / Bayer.Wald.

Die musikalische Leitung hatte Erwin Antretter.

Der MGV Brannenburg-Schloß stellte sich zu dieser Zeit dar:

Der Chor zählte 35 aktive Sänger, 1 Vorstand war Karl Schreiner, 2.Vorstand war Alfred Winkler, Kassier war Erich Schulze und Schriftführer war Anton Fellner. Sebastian Unker und Eugen Grimm betätigten sich als Notenwarte,
Chorleiter war Erwin Antretter. Der Verein zählte dazu noch 110 passive Mitglieder.

Richard Winkler übernahm dann 1977 von Karl Schreiner das Amt des 1. Vorstands beim MGV Brannenburg-Schloß.

Auch das 70.Gründungsfest des MGV im Jahre 1982 wurde wieder in der Wendelsteinhalle in Brannenburg gefeiert.
Der 1.Vorstand Richard Winkler stellt sich 1984 aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr zur Wahl. Er wird zum Ehrenmitglied des MGV ernannt. Nach langwierigen zähen Verhandlungen übernimmt trotz schwieriger Vereinslage der damalige 1.Bürgermeister von Brannenburg, Willi Mank den Vorsitz des Vereins.

Im Jahr 1987 war dann festzustellen, dass schon seit längerer Zeit die gravierende Überalterung des Chors unübersehbar geworden war. Aufgrund des gesunkenen Leistungsniveaus nahm man schon einige Jahre an den Innkreissägerfesten nicht mehr teil.

Aus gesundheitlichen Gründen beendete auch noch Erwin Antretter nach 34 Jahren seine Chorleitertätigkeit. Ein neuer Dirigent konnte zunächst nicht gefunden werden und auch bei den Sängern, speziell im 1.Tenor fehlte es arg. Willi Mank war der einzige Tenorsänger. Nachwuchs war nicht zu bekommen. Der Verein drohte sich aufzulösen.
Um dies zu verhindern, traf man sich an den Probeabenden zum Schafkopfen im Probelokal. Die Vorstandschaft suchte verzweifelt nach einem Chorleiter und nach Sängern.
Bei der Jahreshauptversammlung 1988 waren diese Probleme unverändert vorhanden.
Anton Fellner, Sänger im 1.Baß, erklärte sich bereit, übergangsweise die Leitung des Chors zu übernehmen.
Am 11.Februar fand erstmals wieder eine Gesangprobe statt.
Ein erneuter Rückschlag trifft den Verein mit dem plötzlichen Tod des Vorstands Willi Mank am 21.Mai 1988. Der 2.Vorstand Alfred Winkler führt die Vereinsarbeit vorläufig fort.

Bei der Jahreshauptversammlung 1989 wird Josef Kaffl jun. Zum 1.Vorstand gewählt. Nun ging es rapide bergauf! Vor allem durch persönliches Werben von Sängern durch den neuen Chorleiter Anton Fellner erreichte der Chor innerhalb relativ kurzer Zeit tatsächlich eine Stärke von 48 aktiven Sängern!
Dazu kam eine junge, unkomplizierte Vereinsführung mit vielen neuen Ideen. Es war nie langweilig, das Singen machte wieder Spaß.

Eine einheitliche Vereinskleidung wurde eingeführt zu den vielen neuen Auftritten, wie einem Frühjahrssingen– und musizieren oder einem jährlichen Herbstkonzert in der Wendelsteinhalle oder auch Benefizkonzerten.

Das 80-jährige Gründungsfest 1992 in der Wendelsteinhalle wurde zu einem vollen Erfolg. Erwin Antretter wurde zum Ehrendirigenten ernannt. Noch im gleichen Jahr wird der MGV wieder Mitglied im Innkreissängerbund und nimmt von nun an wieder Teil an den jährlichen Innkreissängerfesten. Neben dem deutschen Liedgut werden vermehrt auch bayerische und internationale Lieder gesungen.

Im Jahr 1995 wird der MGV mit neuer Vereinssatzung vom Finanzamt Rosenheim als „Gemeinnütziger Verin“ anerkannt. In diesem Jahr gab es erfreulicherweise nach langer Zeit wieder einen gemeinsamen Auftritt mit unserem Nachbarverein, dem MGV Degerndorf.

Der MGV hat seit 1996 einen neuen Probenraum im alten Schulhaus in Brannenburg zur Verfügung. Er wurde von Mitgliedern des Männergesangvereins und des Trachtenvereins Brannenburg in Eigenleistung neu ausgebaut.
Der Auszug des Vereins aus dem Nebenzimmer beim Schlosswirt erfolgte in bestem Einvernehmen mit den Wirtsleuten, die Sänger kehren nach wie vor nach der Probe gern beim ehemaligen Vereinswirt ein.

In diesem Jahr wurden ein Digitalpiano, eine kleine Orgel und ein Akkordeon für den Verein angeschafft.

Im Jahr 1997 war der MGV Brannenburg-Schloß Veranstalter des traditionellen „Kiem-Pauli“-Singens.
Eine Reihe von Chören aus der Umgebung beteiligten sich an diesem Hoagart in der Wendelsteinhalle in Brannenburg.

Um eine Eintragung des MGV in das Vereinsregister beim Amtsgericht Rosenheim zu erreichen, musste die Vereinssatzung noch einmal geringfügig verändert werden, die Behörde verlangte einige Festlegungen.

Seit dem 19. Oktober 2001 ist der MGV unter der Bezeichnung „Männergesangverein Brannenburg-Schloß e.V.“ beim Amtsgericht Rosenheim eingetragen.

Im Jubiläumsjahr 2002 feierte der MGV sein 90-jähriges Gründungsfest unter großer Anteilnahme der Bevölkerung in der Wendelsteinhalle. Hier zeigten die Sänger ihr hohes Leistungsniveau. Dies war unserem unermüdlichen Chorleiter Anton Fellner zu verdanken, dem unsere besondere Wertschätzung und volle Zufriedenheit für die musikalische
Leitung galt.

Für besondere Verdienste um unseren Verein nach jahrzehntelanger Mitgliedschaft und durch vereinsfördernde Aktivitäten wurden ernannt: Richard Winkler zum Ehrenvorstand, Stephan Adelsberger, Otto Zerhau und Hans Waldner zu Ehrenmitgliedern.

Der MGV Brannenburg-Schloß zählte damals 135 fördernde Mitglieder. Sie alle waren an unserem Vereinsleben und allen Erfolgen unseres Chors maßgeblich mitbeteiligt gewesen. Erst durch ihre großzügigen finanziellen Zuwendungen wurden die Ausrichtung und Organisation unser vielseitigen Veranstaltungen  möglich.

Auch unterstützten sie uns immer wieder als treues Publikum bei allen Veranstaltungen unseres Vereins.
Dafür gebührte den Fördermitgliedern unser ganz besonderer Dank!

Vereinsgeschichte ab dem Jahre 2002 siehe Register Vereinsgeschichte 2

Im Jahre 1902 entstand im Arbeiterverein (heute KAB Katholische-Arbeitnehmer-Bewegung) in Brannenburg ein Männerchor mit 26 Sängern.

Im Bild:
Der Chor des Arbeitervereins von 1902 beim Schloßwirt. In der Hand halten die Sänger die „Regensburger Bücher“, die heute noch im Besitz des MGV Brannenburg-Schloß sind.

Männergesangverein

Brannenburg-Schloß e.V.

Vereinsgeschichte 1

Auf Initiative des Braumeisters Josef Lederer wurde am 12.Juli 1912 der eigenständige Männergesangverein Schlüß-Brannenburg mit 21 Sängern gegründet (Leider kein Bild von der Gründung vorhanden).

 

Die zwangsweise Umbenennung in den heutigen Namen MGV Brannenburg-Schloß erfolgte in der NS-Zeit bei der Anmeldung zum Deutschen Sängerbund.